Vom Verpackungswahn zum Umweltbewusstsein

Vom Verpackungswahn zum Umweltbewusstsein

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da gab es Getränke, Milch, ja selbst Joghurt nur in Glasflaschen. Ebenso Haarwäsche und Schaumbad. Obst, Gemüse und auch Eier wurden lose in Papiertüten verpackt und Waschmittel war in stabilen Pappschachteln abgefüllt. Zum Bäcker ging man mit einem Korb oder Einkaufsbeutel, in die Brot oder Brötchen direkt gelegt wurden.

Kaufe ich heute all diese Waren ein, komme ich kaum noch an Kunststoffverpackungen vorbei. Lediglich ein Bereich an Produkten entzieht sich scheinbar hartnäckig dem Plastikwahn. Ausgerechnet alkoholische Getränke wie Bier und Schnaps gibt es nach wie vor in Glasflaschen. Niemand käme auf die Idee, Spirituosen oder der Deutschen liebstes Feierabendgetränk in Kunststoffflaschen abzufüllen. Es ist für uns ganz selbstverständlich, dass es diese Waren nur im Glasbehältnis zu kaufen gibt. Bei Weinen sieht das inzwischen ein wenig anders aus. Die werden schon seit Jahren auch im Tetra Pak gehandelt.

Großpackungen von Kaugummis bekannter Marken sind z.B. in unglaubliche 4! Umverpackungen eingehüllt, ebenso die eines speziellen Konfekts mit einer eingebetteten Nuss. Zuckerrübensirup, der jahrzehntelang in Pappbechern abgefüllt wurde, gibt es neuerdings im identisch designten Plastikgefäß. Unverpacktes Obst oder Gemüse wird in Supermärkten aus nicht nachvollziehbaren Gründen häufig teurer angeboten als verpacktes. Die Liste ließe sich unendlich weiterführen.

Doch kann man dafür nur Industrie, Handel und Politik verantwortlich machen? Liegt es nicht auch an unserer eigenen Bequemlichkeit und unserem Konsumverhalten? Natürlich hat man leichter einen Sechserpack eingeschweißter Getränkeflaschen aus Plastik in den Einkaufswagen gewuchtet, als schwere Glasflaschenkästen zu stemmen. Oder mundgerecht in Kunststoffschalen abgefülltes Obst zu ordern, anstatt jeden Apfel einzeln einzutüten. Unser Einkaufsverhalten kann also einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Verpackungspolitik von Industrie und Handel ausüben. Und das ist die gute Nachricht: Jeder Einzelne von uns kann in kleinem Rahmen zu großen Veränderungen beitragen. Denn viele Impulse summieren sich. Bis irgendwann eine ganze Lawine daraus wird. Indem wir achtsamer einkaufen, gezielt in den Supermärkten und bei den Herstellern nachfragen, können wir schon etwas verändern. Die Masse macht´s! Und erste Anfänge sind bereits sichtbar. Man verzichtet bspw. inzwischen auf das unsinnige Einschweißen von Gurken und Bananen. Es werden Papier- anstelle von Plastiktüten zum Verpacken angeboten. Es gibt mittlerweile sogar Läden, die ausschließlich unverpackte Produkte anbieten, und andere ziehen bereits nach. Diese zukunftsweisende Strategie wird hoffentlich bald flächendeckend zu finden sein, denn der Zuspruch wächst. Vielleicht hilft auch da, durch häufiges Nachfragen, eine Veränderung zu forcieren.

Und hier im ländlichen Raum bietet sich für uns die wunderbare Möglichkeit, viele Produkte direkt bei den heimischen Erzeugern kaufen zu können. Etliche Bauernhöfe und Betriebe bieten Waren aus eigener Herstellung frisch und in hervorragender Qualität an. Dabei sparen wir nicht nur Verpackungsmaterial, sondern unterstützen nebenbei noch die regionalen Kleinbetriebe.   

Es liegt in unserer Hand und in unserer Verantwortung, den nachkommenden Generationen eine lebenswerte Welt zu gestalten. Wir dürfen uns unserer Eigenverantwortung wieder bewusst werden. Für uns, unsere Kinder und Mutter Erde. Zum Wohle aller und für das große Ganze.

Das tapfere Schreiberlein

Claudia Amend

 

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